Auch wenn es gerade anfängt, sich tatsächlich mal wie Frühling anzufühlen, gibt es heute Hot & Sour Soup (Suppe scharf-sauer). Denn sowas kann man das ganze Jahr gebrauchen - nicht nur als wärmende Wintersuppe oder wenn der Frühling zu lange auf sich warten lässt...
Ich kenne die Suppe aus meiner Zeit in New York, wo ich sie sehr oft zusammen mit meiner taiwanesischen Freundin Lili in unserem "Chinese Corner Deli" gegessen habe. Für sie war es seit jeher das beste Mittel gegen eine beginnende Erkältung und auch eine zuverlässige Medizin gegen Heimweh. Und ich war nach meiner ersten Schale Hot & Sour Soup regelrecht süchtig danach!
Den Schärfegrad kann man dem eigenen Gusto anpassen. Ingwer sorgt für eine milde Grundschärfe - und wem das nicht reicht, der legt mit frisch gemahlenem Pfeffer oder Chili nach. Ein unkompliziertes, leicht zu merkendes Rezept, das man nach kurzer Zeit aus dem Effeff kann.
Die Gemüseauswahl ist variabel, sollte allerdings aus nicht zuviel Kohl oder Bohnen bestehen, da diese Gemüse leicht die geschmackliche Oberhand gewinnen. Pilze - und seien es nur ein paar kleine Scheibchen - sind hier deswegen wichtig, weil sie als natürliche Geschmacksverstärker fungieren.
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| das war mal besagter Chinese Deli (jetzt leider Dunkin Donuts), NYC, 20th E / 3rd Ave |
Nebenbei - weil ich mich so sehr darüber freue: ich bin heute mit der Entwicklung eines Weißbrots/Toastbrots, das ohne Guar und Xanthan auskommt, endlich in die Zielgerade eingebogen... - in Kürze gibt es hier das Rezept für mein neues glutenfreies Lieblingsbrot, das nicht nur perfekt für French Toast geeignet ist, sondern auch super schmeckt als Toast mit Honig, mit Käse oder pur mit gesalzener Butter! Juhuuu - Frühstück wie früher!! Stay tuned.
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| heute Nachmittag in Berlin: Frühling! (na bitte, geht doch!) |
Jetzt aber erstmal meine vegetarische Variante dieser traditionell fleisch- und/oder fischhaltigen chinesischen Suppe, die glücklich macht und die Seele wärmt:
Hot & Sour Soup (Suppe scharf-sauer)
Wie oben erwähnt, können die angegebenen Gemüsesorten auch ausgetauscht werden gegen das, was man so im Vorrat hat. Wichtig ist nur, dass das Gemüse (für's Auge) aus wenigstens zwei verschiedenfarbigen Zutaten besteht und nach sechs Minuten Kochzeit gar ist. Die Suppe ist zwar scharf, aber vom Charakter her doch eher feines Süppchen als Eintopf. Deswegen passt es nicht nur der kurzen Garzeit wegen besser, wenn das Gemüse schön klein geschnitten ist. Die TK-Erbsen können theoretisch ungegart dazugegeben werden, ich bilde mir aber ein, dass sie besser bekömmlich sind, wenn ich sie vorher gare und das Kochwasser wegschütte.
Um die Suppe sättigender zu machen, kann man zum Schluss noch ein verschlagenes Ei durch die Zinken einer Gabel in die heiße (nicht kochende!) Suppe laufen lassen (eggdrop soup). Etwas warten, bis das Ei stockt, dann erst rühren und wieder kurz zum Kochen bringen.
2 EL frische oder TK-Erbsen
3 Scheiben Ingwer (ca. 20 g)
500 ml Gemüsebrühe
½ Karotte (ca. 50 g)
60 g Tofu
2 Chinakohlblätter
2 kleine Champignons
1 EL Reisessig oder anderer milder, farbloser Essig
1 EL Tamari (glutenfreie Sojasauce)
1 geh. TL Maisstärke
evtl. 1 Ei
½ kleine Zucchini (ca. 40 g) oder 2 EL Bambussprossen-Streifen
evtl. Salz
evtl. Pfeffer oder Chilisauce
Die TK-Erbsen in kochendem Wasser 1-2 Minuten garen (frische Erbsen 5 Minuten), dann abgießen und beiseite stellen.
Den Ingwer schälen und die Scheiben zusammen mit der Gemüsebrühe zum Kochen bringen, 8-10 Minuten köcheln.
Währenddessen die Karotte schälen und ebenso wie den Tofu in kleine Würfel oder Streifen schneiden. Den Chinakohl waschen und in feine Streifen schneiden, die Pilze putzen und in dünne Scheiben schneiden.
Nach der Kochzeit den Ingwer entfernen und das vorbereitete Gemüse und den Tofu in die Ingwerbrühe geben. Aufkochen und 4 Minuten sanft köcheln. Danach die gegarten Erbsen dazugeben.
Den Essig mit Tamari und der Stärke verrühren. Zur Suppe geben und 2 Minuten köcheln (so wird der mögliche Stärkegeschmack neutralisiert). Währenddessen die Zucchini waschen, in sehr feine Stifte schneiden (Julienne) und zum Servieren bereitstellen.
Abschmecken mit Tamari, Essig und evtl. Salz. Entscheidend ist die Balance von salzig und sauer.
Die Schärfe kann man mit frisch gemahlenem Pfeffer oder Chilisauce nachjustieren.
Die Suppe in Schalen mit jeweils einer Handvoll Zucchinistreifen servieren. (Bei Verwendung von Bambussprossen, diese schon zusammen mit dem Gemüse in der Brühe köcheln).
2 Portionen
Zubereitungsdauer 15 Min. ohne Garzeit
Zubereitungsdauer 15 Min. ohne Garzeit













